Skip to main content

Meine dunkle Seite

Ich weiß nicht, ob ich von allein auf die Idee gekommen wäre, einen Thriller zu schreiben. Mein Verleger Sascha Ehlert war jedenfalls lange vor mir der Ansicht, dass ich das könnte. So brachte er den Stein ins Rollen. Ursprünglich hatte er eine Idee für eine Kurzgeschichte, die „Angst“ heißen sollte und für die er einen Plot skizziert hatte. Doch als ich diese Skizze las und daraus eine Geschichte machte, entstand in meinem Kopf ein ganzer Film, der weit über die geplante Kurzgeschichte hinaus ging. Ich fragte mich, was in einem Mann vorgeht, der eine Frau über Jahre gefangen hält – und was in dieser Zeit mit dem Opfer passiert.

So wurde daraus mein erster Thriller „1001 Angst“. Er ist in zwei Perspektiven geschrieben, aus der Sicht des Mannes in der Erzählerform und aus der Sicht der Frau in der Ich-Form. Ich hatte große Vorbehalte beim Schreiben („Darf ich so böse sein?“). Zweimal musste ich unterbrechen, weil ich fand, so etwas dürfe ich meiner Protagonistin nicht antun.

Daher traute ich mich nach dem Erscheinen des Buches kaum damit an die Öffentlichkeit. Doch die Antwort meiner Leser auf meine bange Frage fiel eindeutig aus: ausgerechnet dieses Buch wurde mein bislang erfolgreichstes.

Daneben bin ich an der „Complex West“ Reihe beteiligt, an der mehrere Autoren mitschreiben. Das sind Thrillerepisoden, die alle im oder um einen Gebäudekomplex spielen, der im US amerikanischen Ort Fishkill liegt. Irgendwie scheint dieses Haus merkwürdige Typen anzuziehen und jeder von ihnen erzählt seine Story aus der Ich-Perspektive. Es gibt keine bestimmte Reihenfolge, jede Episode ist in sich abgeschlossen, aber alle hängen zusammen. So fügt sich für den Leser wie bei einem Puzzle nach und nach ein Bild zusammen, zu dem jede Episode einen Teil beiträgt. Inzwischen gibt es auch allererste Ansätze zu einem weiteren „kompletten“ Thriller – aber davon erzähle ich erst, wenn das Projekt etwas weiter fortgeschritten ist. Jedenfalls ist meine „dunkle Seite“ zum Leben erwacht und lässt sich nun auch nicht mehr zum Schweigen bringen. Mal sehen, was als Nächstes daraus entsteht.